23 June 2026 | Publication

Erstmalige gerichtliche Verurteilung
eines Unternehmens gemäss Art. 102 Abs.
2 StGB wegen Bestechung fremder
Amtsträger – Besprechung des Urteils
SK.2023.49 vom 31. Januar 2025

23 June 2026 | Publication
Erstmalige gerichtliche Verurteilung
eines Unternehmens gemäss Art. 102 Abs.
2 StGB wegen Bestechung fremder
Amtsträger – Besprechung des Urteils
SK.2023.49 vom 31. Januar 2025
GesKR 2/2026, 260-272 Journal

Mit dem Urteil SK.2023.49 vom 31. Januar 2025 hat das Bundesstrafgericht erstmals ein Unternehmen gestützt auf Art. 102 Abs. 2 StGB wegen Bestechung fremder Amtsträger verurteilt. 

Im Zentrum steht die Frage, welche organisatorischen Massnahmen ein Unternehmen treffen muss, um einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit zu entgehen, und wo die Grenzen formaler Compliance-Instrumente liegen. 

Obwohl die verurteilte Gesellschaft über einen Code of Business Conduct und einen Intermediary KYC Approval Process verfügte, befand das Gericht, dass diese Massnahmen ohne wirksame Überwachung der tatsächlichen Vermittleraktivitäten und Zahlungsflüsse wirkungslos blieben. 

Die eigentliche ökonomische Konsequenz des Organisationsversagens lag dabei nicht in der auf CHF 5 Mio. begrenzten Busse, sondern in einer Ausgleichsforderung von rund USD 145 Mio. Der Beitrag analysiert die Kernsätze des Urteils und beleuchtet die praktischen Implikationen für international tätige Unternehmen; von den Anforderungen an eine funktionale Compliance über den Stellenwert internationaler Soft-Law-Standards bis hin zur heiklen Konstellation, wenn Mitglieder der Geschäftsleitung selbst an den Bestechungshandlungen beteiligt sind.